Werkstattgespräch mit Jacqueline Fehr

18.01.2017 - Mitteilung

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Werkstattgespräch Jacqueline Fehr im roten Turm Winterthur

Die Vorsteherin der Direktion der Justiz und des Innern hat Medienschaffende am 17. Januar zu einer etwas anderen Art der Medieninformation eingeladen – zu einem Werkstattgespräch. Sie und zwei Fachleute präsentierten dabei keine Lösungen, sondern sie gewährten Einblick in die laufende Arbeit der Verwaltung. Den Medien scheint’s gefallen zu haben.

Suizide in Gefängnissen und muslimische Seelsorger: Themen wie diese sorgen in der Regel nur für negative Schlagzeilen in den Medien und damit für die Direktion der Justiz und des Innern. Unter der Federführung von Vorsteherin Jacqueline Fehr hat die Direktion diesen Spiess an ihrem jüngsten Mediengespräch im Roten Turm in Winterthur umgedreht. Sie hat keine fixfertigen Lösungen präsentiert, sondern ausführlich und offen und mit Hinweis auf Schwierigkeiten Einblick in die laufende Arbeit gewährt.

Werkstattgespräch Jacqueline Fehr, Referent Roland Zurkirchen

Roland Zurkirchen, der Leiter des Gefängnisses Limmattal, skizzierte dabei die geplante Schaffung einer Abteilung für Krisenintervention. Diese soll Gefangenen offen stehen, die sich in persönlichen Krisen befinden und in Gefahr sind, sich das Leben zu nehmen. Noch sind Fragen zur Finanzierung, zum Personal und auch zum Bau offen. Gleichwohl soll dieser Baustein in Jacqueline Fehrs Plan zur Vermeidung von Suiziden im Gefängnis bald verwirklicht werden. 

Deniz Yüksel, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachstelle für Integrationsfragen, berichtete aus ihrem Projekt einer Seelsorge auch für die Muslime im Kanton Zürich. Diese ist heute bruchstückhaft, obwohl die rund 80'000 Musliminnen und Muslime im Kanton Zürich zweifellos denselben Anspruch auf Hilfe in der Not haben wie alle anderen Zürcherinnen und Zürcher. Deniz Yüksel berichtete vom Scheitern eines ersten Projekts und skizzierte Ideen, wie 30 einst weitgehend ausgebildete Seelsorger hoffentlich doch bald Seelsorge leisten können.

Deniz Yüksel, Roland Zurkirchen: Werkstattgespräch Jacqueline Fehr
Deniz Yüksel (links) und Roland Zurkirchen nach dem Gespräch

Werkstattgespräch Jacqueline Fehr im roten Turm Winterthur

Jacqueline Fehr moderierte den Anlass und erläuterte ihre Haltungen zu den Themen. Ihr sei es wichtig, betonte sie, Aufklärungsarbeit zu drängenden Themen auch dann zu leisten, wenn sie nicht unmittelbar in den Schlagzeilen stehen.
Bei den Medienschaffenden scheint die neue Art der Informationsvermittlung gut angekommen zu sein. Sie erarbeiteten zahlreiche informative und faktenreiche Beiträge. Falls sich wieder einmal ein Gefängnissuizid ereignen oder ein angeblich ungeeigneter Imam für Schlagzeilen sorgen sollte, tragen diese Berichte und das durch die Journalistinnen und Journalisten gesammelte Wissen hoffentlich zu einem besseren Verständnis und zu einer nüchterneren Diskussion bei.

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